„Pallotti hätte seine Freude daran“ – 25 Jahre Vallendarer Glaubenskursarbeit wurden gefeiert

Begrüßung der Teilnehmer durch P. Lenz

 

Am vergangenen Freitag, 12. Mai 2017 feierte die Vallendarer Glaubenskursarbeit ihr 25-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt standen ein festlicher Akt und die Eucharistiefeier mit Bischof Stefan Ackermann. Unter den über 100 Gästen waren neben vielen heute noch ehrenamtlich Engagierten, und Mitgliedern aus Gruppen der WeG-Gemeinschaft Emmaus, auch zahlreiche ehemalige Glaubenskursteilnehmer und Teilnehmerinnen sowie langjährige Freunde und Förderer.

Das bunte Programm moderierte auf kurzweilige und erfrischende Weise Stephan Menne (Personalabteilung Bistum Limburg).

Pater Helmut Scharler, Provinzial der Pallottiner, benannte in seinem Grußwort  „gemeinsam Kirche sein“ als ein wesentliches Erkennungszeichen der WeG-Initiative „Glaube hat Zukunft“: „Pallotti ruft den Laien und dieser Ruf wird durch die WeG-Initiative in die heutige Zeit getragen. Ohne die vielen Frauen und Männer, die sich in den vergangenen 25 Jahren engagiert haben, wäre die Glaubenskursarbeit nicht möglich und auch nicht gewollt.“ Er fährt fort: „Wir anderen“, und damit meint er all jene, die ihren Dienst als Priester ausüben, „wir sind vor allem Diener, Ermöglicher, Sorger.“

Wie so Möglichkeiten freigesetzt werden, war in den Lebenszeugnissen von Schwester Renate Marmann, Sylvia Christ und Irmgard Scholz spürbar. Diese Frauen der ersten Stunde berichteten, wie der Glaubenskurs für sie Sprungbrett für ihren weiteren Lebensweg mit Gott geworden ist. So ermutigt und befähigt konnten sie dann auch in die Gesellschaft hineinzuwirken. Vor allem Sr. Renate beeindruckte die Anwesenden, indem sie erzählte, wie sie in ihrer Arbeit mit Drogenabhängigen in Brasilien Gottes Liebe bezeugen kann.

Was „Wege erwachsenen Glaubens“ will, trug Pater Scherer auf Kohlenpott-Art als Pallotti heute vor: „Da sollen jetzt die Ehrenamtlichen ran. Da brauchste Wurzeln in dein Gott, sonst gehste vor die Hunde.“ – und sorgte damit für eine heitere Stimmung im Raum.

Pfarrer Klemens Armbruster pointierte in seinem Kurzvortrag zu „Gemeinsam Kirche sein“ Aspekte eines gelingenden Miteinanders von Haupt- und Ehrenamtlichen, Priestern und Laien: „Es fehlt etwas Wesentliches, wenn dem Priester die Laien fehlen: Auch der Bürgermeister als Chef der freiwilligen Feuerwehr löscht nicht selbst. Ganz selbstverständlich rettet die Feuerwehr Leben, und zwar ehrenamtlich.“ Armbrusters Aufruf lautete daher: Gemeinsam Feuerwehr sein! Kirche sei wesentlich Kirche, weil sie von Christinnen und Christen gelebt werde. Zu diesem christlichen Leben gehören für ihn Sendung, Mission, Apostolat. All dies sei in der Arbeit der WeG-Initiative spürbar.

Zusammen mit Bischof, Provinzial und Referent diskutierten darüber unter Leitung von Moderator Menne auch Andrea Windirsch und Alexandra Lossjew.

Podiumsteilnehmer

Pater Scharler brachte die pallottinische Perspektive ins Gespräch. Dazu gehöre die tiefe Überzeugung, dass alle Christen zusammen gehörten und nur so gemeinsam Kirche seien. Die persönliche Erfahrung einer Beziehung zu Gott sei dabei das verbindende Element zwischen unterschiedlichen Typen. Es gelte, Hörende zu werden, den Dienst der Herzensbildung zu lernen.
Andrea Windirsch, ehrenamtliche Mitarbeiterin der WeG-Initiative, berichtete, wie dies geschehen könne: Es brauche Menschen und Gemeinschaftlichkeit vor Ort, die eine Andockbasis bieten, die Zeugnis geben und Menschen einladen, „doch mal mitzukommen“. Durch eine lebendige Christusbeziehung und Erfahrung echter Gemeinschaft könne die eigene Sehnsucht zu einem Quell für andere werden.
Bischof Ackermann bestätigte, dass er davon heute hier etwas gespürt habe und dies in den Prozess der Synodenumsetzung einbringen möchte. „Den einzelnen in seinem Christsein und Ehrenamtliche in ihrem Tun zu fördern: Da ist noch Luft nach oben. Neues Ausprobieren lautet das Motto der Stunde“, so der Bischof.
Aus evangelischer Perspektive brachte Prädikantin Alexandra Lossjew ihre positive Erfahrung einer Kirche „bottom up“ ein, einer Kirche, die offen ist für alle Menschen, nicht nur für Christen. Ebenso verwies sie auf ihr eigene Begegnung mit dem Vallendarer Glaubenskurs: Hier ist etwas vom Herzen Gottes spürbar – und „diese Erfahrung wünsche ich auch allen in meiner Kirche“.

Berührend war der Abschluss des Nachmittags: P. Lenz überreichte eine Chronik der 25 Jahre an Irmgard Scholz und Wolfgang Michels. Gewidmet ist diese der verstorbenen Elisabeth Michels, die von Anfang an die Entwicklung der Glaubenskursarbeit mitgetragen und geprägt hat.

Nach der bewegenden Eucharistiefeier saßen Viele noch lange Stunden gemütlich zusammen, ließen Erinnerungen Revue passieren und nahmen Kurs auf kommende Projekte.

Viele bekundeten beim Abschied, was man in Worten nicht ausdrücken kann: Was an diesem Tag geschenkt wurde, war die Erfahrung des immer Miteinander-Unterwegs-seins gerade und dort wo Gott mit seiner Gegenwart erfüllt und die Herzen frei macht.


Das Bonifatiuswerk, von dem die Vallendarer Initiative seit 2005 immer wieder unterstützt wird, würdigte die Arbeit mit einem Grußwort.

Impressionen aus der Eucharistiefeier.
(Bilder und Zusammenstellung: Timo Michael Kessler)

Anne Schlund und Andrea Windirsch
Fotos: Timo Michael Keßler

Podiumsteilnehmer und P. Lenz